Draußen am See

Über 100 Jahre schon steht die Liebermann-Villa am Wannsee – und hat einiges erlebt seit Ihrer Erbauung. In neuem alten Glanz wartet sie heute auf den Frühling und Besucher:innen. Eine Hausbesichtigung.

Blick auf die Liebermann-Villa vom Wannsee aus
Blick auf die Liebermann-Villa vom Wannsee aus

Manchmal beflügelt die Realität die Kunst, um dann später wieder nach den Regeln der Kunst neu erschaffen zu werden. Anfang März zeigt die Webcam den Garten der Liebermann-Villa am Wannsee noch im Winterschlaf. Die Bäume und Beete zu beiden Seiten des Mittelwegs, der vom Tor zum Haus führt, warten auf den Frühling. Als Max Liebermann, 1847 als Sohn eines Textilfabrikanten in Berlin geboren und später Präsident der Preußischen Akademie der Künste, sich im Alter von 62 Jahren entschied, seinen Sommersitz an den Wannsee zu verlegen, überließ er nichts dem Zufall. Nicht prunkvoll, aber von Geschmack sollte er sein, dieser private Rückzugsort für die warmen Monate. Paul Otto Baumgarten, der auch schon auf dem Nachbargrundstück die Villa Hampsohn erbaut hatte, setzte das neue Domizil des Impressionisten in hellem Sandstein und Muschelkalk um, zwei ionische Säulen verleihen dem Haus einen vornehmen Charakter.

Die Fassade der Liebermann-Villa von der Landseite betrachtet
Die Fassade der Liebermann-Villa von der Landseite betrachtet

Vom Blumen- und Staudengarten aus kann man – auch ein architektonischer Verweis auf die Nutzung des Hauses im Sommer – bei geöffneten Türen vom Vorgarten aus durch die Diele bis zum Wasser des Sees schauen. Beinahe fünfundzwanzig Jahre lang haben Liebermann und seine Familie das Haus als Rückzugsort vor der Stadt genutzt, mehr als 200 Ölbilder und ebenso viele Graphiken entstanden in dieser Zeit. Auch zahlreiche Abbildungen des Hauses selbst und seiner Gärten malte Liebermann – was sich im neuen Jahrtausend als Glücksfall erweisen sollte.

Zuvor erlebte das Haus nach dem Tod seines Eigentümers eine wechselvolle Geschichte: Zwangsverkauf an die Deutsche Reichspost 1940, nach dem Krieg Lazarett, später Chirurgische Abteilung des Städtischen Krankenhaues mit Operationssaal im ehemaligen Atelier des Künstlers. 1958 verkaufte Liebermanns Enkelin Haus und Grundstück an das Land Berlin, neuer Nutzer wurde ab 1971 ein Sportclub, der das Anwesen zum Vereinsheim umbaute.

Die Seeseite lädt wieder zum Verweilen und Tagträumen ein
Die Seeseite lädt wieder zum Verweilen und Tagträumen ein

1995 dann gründete sich die Max-Liebermann-Gesellschaft mit dem Ziel, Haus und Garten als Museum zum Andenken an den Künstler der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach der Übernahme durch den Verein im Jahr 2002 machte man sich ans Werk, um alle Umbauten und Schäden, die die vorherigen Nutzer verursacht hatten zu beheben und das Anwesen wieder in den Urzustand zu versetzen. Hier erwiesen sich die Bilder und Fotografien von Liebermann dann als Inspiration für die Wirklichkeit – Garten und Haus wurden mit Sachverstand und Können hergerichtet und 2006 eröffnete das neue Museum im ebenfalls neuen alten Haus.

Im Jahr 2013 entschied sich das Museumsteam für den Einsatz der Visitate Module Ticketing & Guide. Damit wurde es möglich, die Eintrittskarten und Vermittlungsangebote auch im Voraus und über das Internet zu buchen. „Der Einsatz des Visitate-Systems ermöglicht es uns, den Besucherinnen und Besuchern die Museumsangebote unkompliziert und ortsunabhängig anzubieten.“ so Direktor Dr. Martin Faass. Durch die Administration verschiedener Veranstaltungen im Besuchermanagement-System können neben dem Museumseintritt auch die Tickets für begleitende Veranstaltungen wie Malkurse oder architektonische Spaziergänge angeboten werden. Die Abrechnung über Kreditkarten oder Lastschrift ist durch die Integration in den Onlineshop kein Problem.

Und vielleicht inspiriert das Domizil am Wannsee in seinem wiederhergestellten Zustand auch neue Künstlerinnen und Künstler. Auf jeden Fall laden Garten und Haus zu einem Besuch ein – eigentlich zu jeder Jahreszeit.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Max-Liebermann-Gesellschaft; Einzelnachweise: "Blick aus dem Nutzgarten nach Osten auf den Eingang zum Landhaus, 1919": Max Liebermann, 1919 / "Die Liebermann-Villa von der Seeseite" und "Blick auf den Wannsee": Peter Groth / "Blick auf die Liebermann-Villa": Max-Liebermann-Gesellschaft

Museums-Info


Logo der Liebermann-Villa am Wannsee

Adresse
Liebermann-Villa am Wannsee
Colomierstr. 3
14109 Berlin

Website
http://www.liebermann-villa.de

Öffnungszeiten
Oktober bis März
Täglich außer dienstags: 11 – 17 Uhr
Dienstags geschlossen.
An Feiertagen geöffnet. Am 24. und 31. Dezember geschlossen.

April bis September
Täglich außer dienstags: 10 – 18 Uhr
Do, So und feiertags: 10 – 19 Uhr
Dienstags geschlossen.
An Feiertagen geöffnet.


Module im Einsatz

Modul Ticketing

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Dieses Modul ermöglicht Ihnen Administration und Vertrieb von Tickets an der Museumskasse und im Internet. Von Print@Home bis zu Jahreskarten bietet das System ein breites Spektrum an Möglichkeiten.


Modul Guide

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